Sicherheit und Datenschutz bei Buchhaltungssoftware
Wie sind deine Finanzdaten geschützt? Das solltest du über Sicherheitsstandards und DSGVO-Konformität wissen.
Warum Sicherheit bei Buchhaltung entscheidend ist
Deine Finanzdaten sind sensibel. Sie enthalten Informationen über Einnahmen, Ausgaben, Kundendetails und oft auch Bankverbindungen. Wenn diese Daten in die falschen Hände geraten, kann das erhebliche Konsequenzen haben. Deshalb ist es nicht nur wichtig, dass deine Buchhaltungssoftware gut funktioniert — sie muss auch deine Daten zuverlässig schützen.
Viele Unternehmer unterschätzen diesen Aspekt. Sie konzentrieren sich auf Features und Preis, übersehen aber die Sicherheitsstandards. Das ist ein Fehler. Eine Software, die deine Daten nicht schützt, kann dir mehr kosten als Ersparnisse einbringt.
Wichtige Sicherheitsstandards erklärt
Es gibt mehrere Standards, die gute Buchhaltungssoftware erfüllen sollte. Die wichtigsten sind:
SSL/TLS-Verschlüsselung
Daten zwischen deinem Computer und den Servern der Software werden verschlüsselt übertragen. Du erkennst das an “https://” in der URL und dem kleinen Schloss-Symbol im Browser.
End-to-End Verschlüsselung
Die beste Form. Deine Daten sind so verschlüsselt, dass nicht mal die Software-Anbieter selbst sie einsehen können. Nur du mit deinem Passwort hast Zugriff.
DSGVO-Konformität
Die Datenschutz-Grundverordnung ist in Deutschland Pflicht. Sie regelt, wie mit persönlichen Daten umzugehen ist. Jede seriöse Software sollte das erfüllen.
Zwei-Faktor-Authentifizierung
Du brauchst nicht nur Passwort und Benutzername, sondern auch einen zweiten Faktor — meist eine App oder SMS-Code. Das macht Hacking deutlich schwerer.
DSGVO und deine Buchhaltungssoftware
Die DSGVO ist nicht nur ein lästiges Regulierungsding — sie ist dein Schutz. Sie schreibt vor, dass Software-Anbieter deine Daten sicher speichern müssen und dir Rechte geben wie Zugriff auf deine Daten oder Löschung.
Was bedeutet das praktisch? Wenn eine Software DSGVO-konform ist, dann:
- Deine Daten werden auf Servern in Europa oder zumindest mit europäischem Standard gespeichert
- Es gibt regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen (Audits)
- Das Unternehmen hat einen Datenschutzbeauftragten
- Du kannst deine Daten jederzeit exportieren oder löschen
- Es gibt transparente Datenschutzrichtlinien
Wichtig: Manche Software speichert deine Daten auf Servern in den USA. Das ist nicht automatisch schlecht, aber es erfordert spezielle Verträge (Data Processing Agreements) um DSGVO-konform zu sein.
Praktische Schutzmaßnahmen prüfen
Wenn du eine neue Buchhaltungssoftware bewertest, solltest du diese Punkte überprüfen:
Wo sind die Server?
Deutschland oder zumindest EU? Das ist ein gutes Zeichen. Frag den Support direkt, wenn die Website es nicht sagt.
Welche Verschlüsselung wird verwendet?
Suche nach Angaben zu SSL, TLS oder End-to-End Verschlüsselung. Achte auf aktuelle Standards wie TLS 1.2 oder höher.
Gibt es Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Das ist heute Standard. Wenn eine Software das nicht bietet, ist das ein Warnsignal.
Gibt es ein Sicherheitszertifikat?
Achte auf ISO 27001 oder SOC 2 Zertifikate. Das zeigt, dass die Software unabhängig überprüft wurde.
Deine eigenen Sicherheitsmaßnahmen
Selbst die beste Software schützt deine Daten nicht, wenn du nicht deine Seite der Verantwortung erfüllst. Hier sind praktische Tipps für deinen Alltag:
Starke Passwörter
Nicht “Passwort123”. Nutze eine Mischung aus Großbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Mindestens 12 Zeichen sind gut. Ein Passwort-Manager hilft dabei, verschiedene Passwörter für verschiedene Services zu haben.
Zwei-Faktor-Auth aktivieren
Selbst wenn die Software sie anbietet, musst du sie einschalten. Das dauert 2 Minuten beim Setup und schützt dich vor dem häufigsten Angriffspunkt — schwache oder gestohlene Passwörter.
Gerät sicher halten
Regelmäßige Updates für dein Betriebssystem und deinen Browser sind wichtig. Das schließt Sicherheitslücken. Eine aktuelle Antivirus-Software schadet auch nicht.
Nur sichere Netzwerke nutzen
Vermeide öffentliches WiFi in Cafés. Das ist unverschlüsselt und leicht zu hacken. Ein VPN ist eine gute Investition, wenn du oft unterwegs arbeitest.
Backups machen
Die meiste gute Software speichert Backups automatisch. Aber es schadet nicht, zusätzlich deine Daten lokal zu sichern. Das schützt auch vor Ransomware.
Zugriffsrechte kontrollieren
Wenn mehrere Personen deine Buchhaltung bearbeiten, gib nicht jedem Admin-Zugriff. Nutze Rollen und Berechtigungen. Dein Buchhalter braucht nicht Zugang zu deinen Bankkontodaten.
Das Wichtigste zusammengefasst
Sicherheit ist kein Add-on bei Buchhaltungssoftware — es ist ein Muss. Achte auf Standards wie SSL/TLS-Verschlüsselung, DSGVO-Konformität und Zwei-Faktor-Authentifizierung. Überprüfe, wo die Server stehen und welche Zertifikate das Unternehmen hat.
Aber denk auch daran: Die beste Software nützt nichts, wenn du deine Passwörter mit Post-its unter der Tastatur speicherst. Sicherheit ist ein gemeinsames Projekt zwischen dir und deinem Software-Anbieter. Wenn du beide Seiten ernst nimmst, sind deine Finanzdaten gut geschützt.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und ist keine professionelle Sicherheitsberatung. Die Anforderungen an Datensicherheit können je nach deiner Branche, Unternehmensgröße und Art der Daten unterschiedlich sein. Für spezifische Sicherheitsanforderungen oder wenn du große Mengen sensibler Daten verarbeitest, konsultiere einen Datenschutz- oder IT-Sicherheitsexperten. Die Angaben sind aktuell zum Veröffentlichungsdatum, können sich aber ändern.